corona und mehr haende aus dem gesicht halten

Corona und mehr:

Hände aus dem Gesicht halten

In der aktuellen Corona-Krise ist es das Beste, was wir tun können: Wir müssen den Anstieg der Ansteckungen abbremsen. Da die Viren über Tröpfchen und direkten Kontakt übertragen werden, dienen dazu drei Schritte:

  1. Viren, die durch die Luft fliegen: Mindestabstand von 1,5 Metern verhindert Tröpfcheninfektion.
  2. Viren, die an Oberflächen haften und über unsere Hände auf uns gelangen: Häufiges Händewaschen mit Seife tötet Viren ab.
  3. Wie kommen die Viren von den Händen in unseren Körper: Wenn wir uns ins Gesicht fassen und dabei die Schleimhäute in Augen, Nase oder Mund berühren. Daher müssen wir lernen, uns nicht mehr ins Gesicht zu fassen.

Der dritte Schritt ist besonders schwierig, da der Griff ins Gesicht meistens eine Verhaltensgewohnheit ist, etwas, was man durch häufige Wiederholungen quasi automatisch macht und nicht mehr bewusst wahrnimmt.

Wie häufig ist das:

Fragt man Leute, schätzen sie meist, so vier bis fünf Mal pro Stunde. Das ist jedoch stark untertrieben, in Wahrheit dürfte es zehn Mal häufiger sein. Natürlich schwankt das und hängt von der Situation ab, etwa ob man aufgeregt ist oder sich beobachtet fühlt.

Warum machen wir das:

Verhaltensgewohnheiten werden deswegen so stark, weil sie uns einen unmittelbaren Nutzen bringen. Es juckt mich im Gesicht, ich kratze mich, der Juckreiz geht weg und daher werde ich das künftig häufiger machen. Häufig ist es auch so, dass etwas Unangenehmes durch die Verhaltensgewohnheit beseitigt wird. Zum Beispiel fühle ich mich angespannt, es beruhigt mich aber, wenn ich meine Haare drehe, meine Augenbrauen glattstreiche oder an meinem Kinn zupfe und dies verfestigt dann die Gewohnheit.

Was kann ich dagegen tun:

Auslöser identifizieren:

Schauen Sie erst einmal, wie oft Sie das machen – Sie werden erstaunt sein. Seien Sie eine Weile besonders aufmerksam, allerdings kann niemand die Aufmerksamkeit die ganze Zeit aufrechterhalten. Wenn man nicht allein lebt, kann es helfen, Ihren Partner zu bitten, Sie darauf hinzuweisen. Besprechen Sie das aber vorher klar und deutlich, denn man kann sehr schnell genervt sein, wenn der andere ständig sagt: Du bist schon wieder in deinem Gesicht. Wenn Sie eine Strichliste führen, können Sie schauen, in welchen Situationen das häufig vorkommt. So können Sie idealerweise die Auslöser für dieses Verhalten identifizieren.

Auslöser beseitigen:

Haben Sie sie erst einmal erkannt, können Sie viele Auslöser beseitigen, z.B. Haare nach hinten binden, bei juckender Haut Feuchtigkeitscreme benutzen usw.

Wenn Sie häufig am Computer sitzen, kleben Sie sich einen Zettel hin, auf dem „Hände weg!“ steht (gemeint ist natürlich das Gesicht). Tauschen Sie ihn aber regelmäßig aus, schreiben Sie in unterschiedlicher Farbe und Größe, denn mit der Zeit gewöhnt man sich ja auch an einen Zettel und übersieht ihn.

Sie können auch eine Handcreme mit starkem Geruch nehmen, dann merken Sie rechtzeitig, wann Sie sich ins Gesicht fassen.

Eine Alternative einüben:

Wenn Ihnen bewusst wird, dass Ihre Hand wieder auf dem Weg zum Gesicht ist, dann üben Sie ein anderes Verhalten ein. Sie können z.B. die Fäuste ballen, also anspannen, und wieder loslassen, dabei die Hände entspannen. Sie können auch die Hände in die Hosentasche stecken, sich am Ellenbogen kratzen oder zwicken. Wenn Sie diese Alternativen einüben, dann können Sie Ihre frühere Gewohnheit ganz gut in den Griff kriegen. Wenn Sie das in der Öffentlichkeit tun, müssen Sie natürlich etwas finden, was allgemein akzeptabel ist. Manche Körperteile eignen sich weniger dazu, in der Öffentlichkeit gekratzt zu werden…

Kann ich mir einen Spiegel neben meinen Computer stellen, um mich selbst zu erwischen, wenn die Hand zum Gesicht geht?

Ja, aber Sie können sich auch von einer Webcam beobachten lassen, die Alarm schlägt, wenn die Hände zum Gesicht wandern (z.B. donottouchyourface.com).  Allerdings ist das eine Art der Fernüberwachung, die nicht jedem liegt.

 

Kann ich mich weiter mit dem Ellenbogen am Tisch aufstützen?

Da sind Sie mit Ihren Händen schon sehr nah am Mund und damit nah an den Schleimhäuten, über die das Virus übertragen wird. Mit Augen, Nase, Mund haben Sie gleich drei mögliche Einfallstore im Gesicht.

Wie wahrscheinlich ist es, dass ich es in ein paar Tagen schaffe, so eine Angewohnheit in den Griff zu kriegen?

Das hängt davon ab, wie motiviert Sie sind. Wenn Sie sich zu 90 Prozent weniger ins Gesicht fassen, reduzieren Sie auch 90 Prozent dieses Übertragungswegs.

 

Jetzt im Frühjahr beginnt der Pollenflug und dadurch tränen vielen Allergikern die Augen. Was sollen die tun?

Die Tränen nicht mit den Fingern wegwischen, sondern ein sauberes Taschentuch benutzen.

Am besten stellen Sie sich eine Packung mit Papiertüchern neben den Arbeitsplatz und nehmen sich jedes Mal ein frisches.

 

Hilft mir das auch, wenn die Corona-Krise vorbei ist?

Auch wenn die aktuelle Corona-Krise vorbei ist, werden in den kommenden Wintern wieder Grippewelle anrollen. Wenn Sie die Veränderungen beibehalten, die Sie jetzt in Ihrem Verhalten erreicht haben, werden Sie auch mit sehr viel geringerer Wahrscheinlichkeit krank werden.